Nachruf für Hanne Altenburg
gestorben am 06. Januar 2005


 
 
 
 
 
  Tschüß Hanne  

 
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Wenn in Rendsburg der Landesverbandstag abgehalten wurde oder wenn in Wedel die Theatertage stattfanden, konnte man sicher sein, sie dort zu treffen: Hanne Altenburg von der Meldorfer Theatergruppe. Sie war nicht nur selbst eine Vollblutschauspielerin, sondern sie nahm auch lebhaften Anteil an allem, was andere Theaterbesessene auf die Bühne brachten.
Am 6. Januar diesen Jahres fiel für Hanne Altenburg der letzte Vorhang. Ein Vierteljahr zuvor war bei ihr eine weit fortgeschrittene Krebserkrankung diagnostiziert worden.

Hanne Altenburg wurde schon als Schülerin mit dem Theatervirus infiziert. Sie stand zuerst in ihrem Geburtsort Hamburg, später dann in Pfaffenhofen, wohin sie der Beruf ihres Ehemannes verschlug, auf der Bühne. Als sie sich vor zwanzig Jahren, 1985, bei der Meldorfer Theatergruppe meldete, brachte sie darum schon vielfältige Erfahrungen mit. "Ich souffliere auch oder schminke die anderen, Hauptsache, ich kann bei euch mitmachen", sagte sie damals.

Seit damals stand Hanne Altenburg in fast dreißig Rollen auf der Bühne. Sie "debütierte" mit der Rolle der Frau Kalana in dem Stück "Die Frauen von Kalatas" von Walther Eckart, das zum Volkstrauertag 1985 im Meldorfer Dom aufgeführt wurde. Sie wurde die Hekabe in Walter Jens' "Der Untergang", Mrs. Gibbs in Thornton Wilders "Unsere kleine Stadt", Lady Maxwell in Sheridans "Lästerschule", Mudder Wulff in der plattdeutschen Bearbeitung von Gerhart Hauptmanns "Der Biberpelz", Mrs. Ogmor-Pritchard in Dylan Thomas' "Unter dem Milchwald", die Maria in Shakespeares "Was ihr wollt" und die Lotte in Peter Shaffers "Laura und Lotte". Zuletzt begeisterte sie das Publikum im Februar 2004 als Frau Untersteuereinnehmerin Staar in Kotzebues Komödie "Die deutschen Kleinstädter".

Es ist auch Hanne Altenburgs Verdienst, dass seit 1992 alljährlich zur Adventzeit ein Stück für Kinder von der Meldorfer Theatergruppe aufgeführt wird. Sie schlug damals Otfried Preußlers "Die dumme Augustine" vor und übernahm die Titelrolle. Jahr für Jahr gibt es seit damals ein neues Kinderstück, der "Renner" der Meldorfer Theatergruppe mit bis zu 15 Aufführungen und 2500 Zuschauern in nur zweieinhalb Wochen. Hanne Altenburg führte mehrmals Regie und spielte oft mit, zum Beispiel war sie das Hausschwein Wutz in Frank Pinkus' "Urmel aus dem Eis". Als im Frühjahr 2004 unter ihrer Regie mit den Proben zu "Der gestiefelte Kater" in der Version von Frank Pinkus begonnen wurde, ahnte sie noch nichts von ihrer Krankheit. Zur Premiere am 26. November und zur anschließenden Premierenfeier schaffte sie es noch mit größter Selbstdisziplin.

Nicht nur die Mitglieder der Meldorfer Theatergruppe, sondern ganz Meldorf trauert um eine Frau, die immer mit Auftrittsapplaus empfangen wurde, die Jung und Alt zum Lachen und zum Weinen brachte. Aber auch bei den Treffen der Amateurbühnen des Landes wird sie fehlen ­ sie, die alle Welt kannte und von aller Welt gekannt wurde. Die Theaterfreunde zwischen Flensburg und Lauenburg, zwischen Lübeck und Helgoland sagen zum letztenmal "Tschüs Hanne".


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