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"Vorhang auf" für junge Bühnenleiterin
 
 
  Meldorf (Astrid Boelter) - Als "Urmel" oder als "kleine Hexe" kennen junge und alte Theaterbesucher die neue Chefin der Meldorfer Theatergruppe seit Jahren. Denn Sabine Schiewek gehört nach eigener Einschätzung zum "Uraltinventar" des Amateur-Ensembles. Jetzt ist die 35-Jährige, die demnächst als "gestiefelter Kater" auftritt, einstimmig zur neuen Leiterin der 47 Vereinsmitglieder gewählt worden.

Sabine Schiewek tritt damit die Nachfolge von Bühnenleiter Uwe Peters (65) an, der dem Vorstand eine Verjüngungskur verschrieben hatte und nach zwölf Jahren in die zweite Reihe zurück trat. "Es ist der richtige Zeitpunkt für einen Generationswechsel", meinte Peters. "Die Truppe ist momentan in Hochform und Sabine Schiewek ist die ideale Besetzung." An seine junge Nachfolgerin, "die nicht ewig warten sollte", verteilt er reichlich Vorschusslorbeeren: "Sie ist sehr theatererfahren und besitzt die erforderlichen Fähigkeiten, zu motivieren und den Verein zusammenzuhalten. Ich freue mich, dass es diese Lösung gibt."

Die gebürtige Meldorferin, die in Windbergen aufwuchs und heute mit Kind und Ehemann in ihre Geburtsstadt lebt, belegte schon als Schülerin der Gelehrtenschule den Theater-Grundkurs und wählte das Schauspiel als Abitur-Fach (es war ihr bestes). Nach ihrer Schulzeit wechselte Sabine Schiewek nahtlos in die Meldorfer Theatergruppe. In Haupt- und Nebenrollen steht sie seitdem in fast jeder Inszenierung mit auf der Bühne.

Ihr Lehrer Kurt Weißinger gründete vor mehr als 20 Jahren die Theatergruppe. Er unterrichtete in der Tradition des Berliner Reformpädagogen und Schriftstellers Martin Luserke, der von 1939 bis zu seinem Tod 1968 in Meldorf lebte und in seinen letzten Lebensjahren an der Vollendung seiner Auffassung vom Spiel der Shakespeare-Komödien schrieb. Er verfasste viele Texte für Laien- und Amateurtheater.

In der Jahresversammlung der Meldorfer Theatergruppe ergab sich eine weitere personelle Veränderungen im Vorstand. Für Tim Sendel, der sein Vorstandsamt aus beruflichen Gründen niederlegte, verstärkt künftig Kay Wengoborski die Leitungsgruppe, in der Norbert Kessler, Iris Buberl, Gesche Utermark-Koch, Sabine Lang und Uwe Peters arbeiten.

Mit ihrem Vorgänger will die neue Bühnenleiterin in den nächsten Monaten "sehr eng zusammenarbeiten", denn sie müsse für ihre neue Aufgabe noch gründlich lernen, vor allem wenn es um die Verwaltung der städtischen "Ditmarsia" gehe. Die Theatergruppe hat sich verpflichtet, das in den 80-er Jahren aufwendig restaurierte historische Haus in Bezug auf Bühnen- Ton- und Lichttechnik zu pflegen und auszubauen und genießt im Gegenzug einige Sondernutzungsrechte.

Insgesamt 35 000 Euro seiner Einnahmen aus Spenden und Theateraufführungen hat der Verein unter Uwe Peters Leitung bereits in die Erweiterung der Technik investiert. Seinem Hobby, "an der Lichttechnik zu basteln", will der abgetretene Bühnenleiter weiter treu bleiben und hofft, dass er auch auf der Bühne wieder einmal eine Rolle spielen darf.
 
Dithmarscher Rundschau vom 28. Juni 2004 (Mo)


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