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| Den richtigen Dreh gefunden |
| Eckart Pagels Drehbühne feiert bei "Pippi Langstrumpf"
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Meldorf
- Seit einem knappen Jahr erst gehört Eckhart Pagel der Meldorfer
Theatergruppe an - und erfüllt ihr schon einen lang ersehnten
Wunsch. Der Meldorfer baut zurzeit eine Drehscheibe. "Sie wird
erstmals für das Kinder-Theaterstück 'Pippi Langstrumpf'
eingesetzt", sagt Eckart Pagel.
In seiner Garage riecht es nach Holzschutzfarbe. Das stammt allerdings
nicht von dem Scheibenbau, sondern von dem Holz der Gartenhütte,
die Pagel als zweites Großprojekt gerade baut.
Der 58-jährige ist ein Handwerker "durch und durch".
Die Idee, eine Drehscheibe zu bauen, kam ihm bei den Vorbereitungen
zu "Pippi". "Da fragten wir uns, wie wir die Villa
Kunterbunt darstellen könnten. So entstand dann die Idee, ein
drehbares Bühnenbild zu entwickeln", erzählt Eckhart
Pagel.
Seitdem hat er sich immer wieder Gedanken gemacht, wie die Drehbühne
gemacht, wie die Drehscheibe am besten zu realisieren sei. Rund 25
bis 30 Arbeitsstunden hat er dann damit verbracht, einen Bauplan zu
erstellen. Auf verschiedenen Zeichnungen sind die einzelnen Teile
dargestellt, bis hin zu den einzelnen Arbeitsschritten hat Pagel nichts
vergessen. "Ich mag nicht einfach so drauf los arbeiten. Das
muss alles Hand und Fuß haben, ansonsten endet das im Chos",
weiß er.
Die Drehscheibe besteht aus einer Eisenplatte in der Mitte. Diese
enthält ein Loch, so dass sie auf einen Dorn - eingelassen im
Bühnenboden - montiert werden kann. "An der Scheibe sind
dann zwölf Traversen, das sind sozusagen Arme aus Stahl, befestigt.
Diese erhalten je zwei Rollen und werden zweimal miteinander verbunden.
Das Gestell sieht dann so ähnlich aus wie eine Torte", beschreibt
Pagel seine Drehscheibe. Die Zwischenräume zwischen den Stahltraversen
werden schließlich mit Platten aus Nadelsperrholz versehen,
so dass am Ende eine Drehscheibe zusammengesetzt wird, die es auf
einen Durchmesser von 4,50 Meter bringt. "Bei dieser Größe
muss die Bühne auch in mehrere Teile zerlegbar sein. Ansonsten
könnten wie sie gar nicht tragen, und auch die Lagerung wäre
problematisch. Selbst in ihre Einzelteile zerlegt, ist sie für
unseren Fundus zu groß", so Eckart Pagel.
Rund 20 Quadratmeter Holz, 60 laufende Meter Metall, 24 Rollen und
diverse Drucklager machen die Drehscheibe aus. Die Metallteile wie
die Traversen und ihre "Verbinder" hat Pagel fertigen lassen.
Die Holz-Tortenstücke sägt er selber aus. Ebenso befestigt
er die Metallteile an der Platte in der Mitte. "Maschinen wie
Sägen und Schweißgeräte habe ich ja hier", so
Pagel, der bei dem Drehscheibenbau eng mit dem Chef der Theatergruppe,
Uwe Peters, sowie Ernst Nowack zusammen arbeitet.
Auch auf die Kosten hat Pagel geachtet. "Die Bühne wird
zwischen 800 und 1.000 Euro kosten." Das dürfte nicht zu
viel sein, zumal die drehbare Bühne das Theater in Meldorf sehr
bereichern dürfte. Im Kreisgebiet ist sie jedenfalls einmalig.
Und auch Pagel spricht von enem "kulturellen Vorteil", der
durch den Einsatz einer Drehbühne entstehe.
Zur Theatergruppe ist Pagel im vergangenen September gestoßen.
"Abbi Rauno hatte mich schon vor längerem gefragt. Jetzt
als Vorruheständler habe ich Zeit gefunden", so der einstige
Telekom-Mitarbeiter.
von Stefan Carl |
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Dithmarscher
Landeszeitung vom 06. August 2002 (Di), Seite 12 |
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