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Pressespiegel zur Gruppe


 
 
 
 
 
 
Handwerker, Kaufleute und Lehrer zusammen auf der Bühne
Theatergruppe engagiert sich seit 15 Jahren für das kulturelle Leben in der Stadt
 
  Nach Feierabend auf die Bretter, die die Welt bedeuten: In die Welten von Oscar Wilde, Max Frisch und Ephraim Kischon tauchen die Mitglieder der Meldorfer Theatergruppe ein.

Das Amateur-Endemble mit 45 Mitgliedern hat sich von einer kleinen Gruppe theaterbegeister Meldorfer vor 15 Jahren zu einem wichtigen Bestandteil des kulturellen Lebens in der Domstadt entwickelt. Meldorffeeling macht sich zwischen Scheinwerfern, Schminktöpfen, Textbüchern und Requisiten bemerkbar. Durch ihre Arbeit hat die Stadt das Image erhalten, "eine hervorragende Spiel- und Begegnungsstätte für das Amateurtheater zu sein", erklärt Leiter Uwe Peters. Die Gruppe organisiert Theatertage, lädt auswärtige Ensembles zu Gastspielen und zeigt eigene Stücke.


Premiere für das 49. Theaterstück


"Lady Windermeres Fächer" von Oscar Wilde feiert am 06. März Premiere. Die Proben zum 49. Stück des Ensembles laufen auf Hochtouren. Regisseurin Susan Claussen läßt Szene für Szene wiederholen. Sie arbeitet wie auch Souffleuse, Beleuchter, Kostümbildner ehrenamtlich. Dafür muß keiner Teilnehmegebühren bezahlen, obwohl die Gruppe eigentliche ein Kursus der Volkshochschule ist.

Gegründet wurde die Theatergruppe 1982 als eine Arbeitsgemeinschaft der VHS. Inzwischen engagieren sich 45 Mitglieder im Alter von 17 bis 70 Jahren, nicht nur als Schauspieler, sondern auch hinter den Kulissen. "Nicht jeder will auf der Bühne stehen. Alle lieben das Theater und wollen davon etwas mitbekommen - ob als Akteur oder als Helfer hinter der Bühne", meint Peters. Er selbst ist für die Beleuchtung zuständig, damit jeder Schauspieler im richtigen Licht steht.

Pro Jahr werden drei Stücke aufgeführt. Die Vorbereitung von der Themensuche bis zum ersten Öffnen des Vorhangs dauert etwa neun Monate.

Das erste Stück "Willi auf Abwegen" wurde noch in verschiedenen Gastwirtschaften geprobt und aufgeführt. Erst seit fünf Jahren steht der Theatergruppe die Meldorfer "Ditmarsia" zur Verfügung. "Eine bemerkenswerte Vereinbarung" zwischen Stadt und Theatergruppe, erklärt Peters, sei der Vertrag über die Nutzung der Spielstätte: "Wir dürfen Saal und Bühnenhaus für den Probenbetrieb kostenlos nutzen. Als Gegenleistung haben wir uns verpflichtet, die erwirtschafteten Überschüße für die Unterhaltung und Weiterentwicklung der Ditmarsia zu verwenden." Außerdem müssen die Mitglieder für die ersten sechs Aufführungen im Jahr keine Miete bezahlen, nur die Nebenkosten werden abgerechnet. "Durch unsere finaziellen Aufwendungen und unsere Arbeit hat die Ditmarsia eine Bühnentechnik erhalten, die durchaus auch professionellen Ansprüchen genügt", sagt Uwe Peters.

Die Mitglieder der Gruppe kommen nicht nur aus Meldorf, sondern auch aus Brunsbüttel und Heide. "Was wir machen, gibt es sonst nirgendwo in Dithmarschen." Meldorf habe damit an Attraktivität für Leute, die sich für Theater interessieren, gewonnen. Nur an jungen Männern - oft für Liebhaberrollen - mangelt es. "Die jungen Leute gehen zum Studieren nach Kiel oder woandershin und können nicht mehr an den Proben teilnehmen." Die Schauspieler stammen aus allen Bevölkerungs- und Berufsgruppen - da spielen Lehrer neben ihren Schülern, Handwerker gemeinsam mit Kaufleuten. "Das schafft eine Verbindung unter den Einwohnern von Meldorf."

Besonders stolz sind die Mitglieder auf die von Ihnen ins Leben gerufenen "Meldorfer Theatertage". Bereits zum dritten Mal findest vom 18. bis 20. September 1998 das Amateurtheater-Festival in der Domstadt statt. "Auf diese Weise leistet die VHS mit Hilfe ihrer Theatergruppe einen Beitrag zum Kulturleben der Stadt, der in dieser Intensität mit dem hauptamtlichen Personal allein nicht möglich wäe", sagt Peters. "Das ist auch von Kommunalpolitikern gewollt." Inzwischen ist das Festival über Dithmarschens Grenzen hinaus bekannt. Fünf Gruppen werden eingeladen, weit mehr bewerben sich um einen Auftritt.


Kinder sammeln erste Bühnenerfahrungen


Nicht nur Theater für Erwachsene inszenieren die Teilnehmer, jedes Jahr gibt es in der Weihnachtszeit auch ein Stück für Kinder. 1998 wird "Sebastian Sternenputzer und der Sonnenstrahl" aufgeführt. "Wir halten es für sehr wichtig, Kinder ans Theater heranzuführen - nicht mit gängigen Weihnachtsmärchen, sondern mit überwiegens moderner Kinderliteratur."

Im Anschluß an die Aufführungen dürfen die kleinen Besucher mit den Schaupielern sprechen, hinter die Kulissen und so eigene Erfahrungen in der spannenden Theaterwelt sammeln. Ensemble-Leiter Peters: "Das ist sehr wichtig. Schließlich sind sie es, die hier irgendwann unsere Arbeit fortsetzen, um zum kulturellen Leben in der Stadt beizutragen."

Gwendolin Vahle
 
Dithmarscher Rundschau vom 10. Februar 1998 (Di), Seite 23


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