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Gastspiel
der Holsteiner
Schulmeisterbühne
am 18. April 1998
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| Rasanze Komödie mit Biß -
"Berliner, Bomben und Biskuit" |
| Spritziger Theaterabend in Meldorf |
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Meldorf
(sal) Zwerchfell-erschütternde Regie-Einfälle, Situationskomik
und witzige Dialoge machten einen besonderen Theaterabend mit der
Holsteiner Schulmeisterbühne in der "Ditmarsia" zu
einem vollen Erfolg. Das Woody-Allen-Stück "Don't Drink
The Water", von den Akteuren in "Berliner, Bomben
und Biskuit" umbenannt, ist eine rasante Komödie mit
satirischen Seitenhieben auf Politik und Staat.
Die Handlung: In einer deutschen Botschaft hinter dem Eisernen Vorhang
bricht um 1968 das Chaos aus. Der Botschafter-Sohn Alexander von Hohenthak-Stippnitz
(gespielt von Marcus Krassin), vom Botschaftspersonal "Die Katastrophe"
genannt, leitet die Botschaft in Abwesenheit seines Vaters. Zwei Berliner
Touristen, der Spionage angeklagt, suchen mit ihrer Tochter in der
Botschaft Asyl.
Die Komödie nimmt ihren Lauf, als ein reiches Scheich-Ehepaar
in der Botschaft auftaucht. Die Gäste aus dem fernen Osten sind
nicht nur standesgemäß gekleidet, sondern auch sturzbetrunken
und sorgen für allerhand Aufruhr in der Botschaft. Doch plötzlich
findet sich für das Dilemma des Berliner Ehepaares eine Lösung:
In die Scheich-Tracht gehüllt, gelinkt den beiden die Flucht
vor der Staatsgewalt.
Die Tochter indes bleibt in dem Haus, denn sie hat sich in Botschafter-Sohn
Alexander verliebt. Klar, daß ihr durch die Heirat Immunität
verliehen wird und sie nun, wie ihre Eltern, nichts mehr zu befürchten
hat.
Das Stück ist rasant, chaotisch und witzig. Das Schauspiel-Ensemble
der Holsteiner Schulmeisterbühne lieferte eine mühelos wirkende
Slapstick-Leistung, die zu den schwierigsten des Theaterfachs gehört.
Sehenswert war unter anderem das Kabinettstück von Alexander,
der sich in einer Wäscheleine und mit diversen Telefonkabeln
fast erhängt.
Besonderen Appluas jedoch verdiente die mit vielen Details und sprühenden
Witz gespickte Regie von Helga Schnaase. Jede Geste, jeder Satz, jede
Pointe wirken leicht und spielerisch, sind jedoch das Ergebnis harter
Regiearbeit. Licht und Ton waren stimmig eingestellt, so daß
"Berliner, Bomben und Biskuit" zum Genuß wurde. |
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Dithmarscher
Landeszeitung vom 22. April 1998 (Mi), Seite 13 |
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