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Gastspiel
der Niederdeutschen Bühne Preetz
am 21. September 1997
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| Schamloses Treiben auf einem maroden
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Meldorf
- Mächtig derbe ging es zu beim Meldorfer Gastspiel der niederdeutschen
Bühne Preetz. Sie gab "De Düvelsblitz" von Karl
Wittlinger in der plattdeutschen Fassung von Heide Tiedjen zum Besten.
Die Freunde niederdeutscher Mundart, Stammpublikum in der Ditmarsia,
dem Haus von Uwe Peters'
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| Premiere für das 49. Theaterstück |
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Meldorfer Theatergruppe, kommentierten mit Ausrufen zwischen Lachen
und Entsetzen das schamlos verbrecherische Treiben auf der Bühne.
Es soll sich um authentisches Material handeln, das der Autor in diesem
Stück zusammengefügt hat.
Marode ist der Hof von Bauer Jakob Hahn, marode auch der Bauer selbst,
sein Neffe Hugo, Marlies, seine Nichte und Knecht Michel. Wie sie
da so im ersten Bild um den Küchentisch herumsitzen, Suppe löffelnd,
ihr Gespräch mit L&oml;ffelschlagen lautstark untermalen - ein
zufälliger Besucher der einsamen Hofstelle wäre bei ihrem
Anblick gleich davongelaufen. Einziger Lichblick: Enkelin Bärbel,
eine Studentin, die sich in den Semesterferien Geld verdient.
Ihr das Erbe abzujagen, gelten alle angestrengten Intriegen von Hugo
und Marlies. Ihre Eltern haben sie schon mit einem Gericht Knollenblätterpilz
abgeräumt. Zunächst scheint auch Michel im Bunde. Aber das
Schlitzohr hat nur an seine eigene Altersversorgung gedacht. Ansonsten
ist er seinem Bauer sehr zugetan. Wie zugetan er auch der Erbin ist,
erweist sich, als ihr byerischer Freund, ein Ökofreak, der genau
an diesem Platz seine Paradiesträume von reiner Natur verwirklichen
will, auftaucht. Michel, das hat er schon einmal bewiesen, versteht
sich darauf, den "Düvelsblitz" zu beschwören.
Der eben, der immer in marode Höfe einschlägt.
Die Einzelleistungen der Vollblut-Volksschauspieler Heinz Kock als
Bauer, Jürgen Grimmel als Knecht allen voran, aber auch die übrigen
Mitglieder der Truppe, Rainer Stave als Hugo, Lore Rathje als Marlies
und der beiden Liebenden überzeugten auf der ganzen Linie. Und
Michel setzt die authentische Geruchsnote, als er seine Beine in Hofmist
kühlte.
Minne Rössler |
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Dithmarscher
Landeszeitung vom 25. September 1997 (Do), Seite 14 |
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