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Gastspiel
der Holsteiner
Schulmeisterbühne
am 26. April 1997
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| Ein vergnügliches Schauspiel |
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Meldorf
- Bei dem Titel "Der Brätigam läßt sich entschuldigen"
denkt man erstmal an eine Klamotte. Aber das Puzzlespiel in zwei Akten
von Oldrich Daneck entpuppt sich unter der Regie von Helga Schnaase
von der Holsteiner Schulmeisterbühne als eine turbulente, wenngleich
nicht unbedingt tiefsinnige Komödie. In der Meldorfer Ditmarsia
baute das traditionsreiche Amateurtheater seine Wanderbühne auf.
Waren es vor 38 Jahren ausschließlich Lehrer und Lehrerinnen
aus ganz Schleswig-Holstein, die mit viel Engagement und Spielfreude
die Kulissen für die Stücke im Kofferraum ihrer Autos im
Kofferraum durchs Land zogen, sind heute Studenten, Auszubildende
und Berufstätige anderer Berufsgruppen mit von der Partie. 64
Inszenierungen hat die Bühne im Laufe der Jahre erarbeitet. Ein
Erfahrungsfundus, aus dem man schöpfen kann.
Eine geplatzte Hochzeit, gesellschaftlich ein Alptraum für die
Beteiligten, ist diesmal dran. Das Publikum darf sich schamlos seiner
Schadenfreude hingeben angesichts der durchs ganze Stück hin
schluchzenden und schniefenden und eigentlich doch so bedauernswerten
Braut. Gleiches gilt für die Mutter. Ihr wird die Regie für
die Hochzeitsinzenierung von den Freunden des Brätigams dadurch
entzogen, daß diese den Bräutigam - einer Räuberpistole
gleich - kurz vor dem bindenden Akt entführen. Und das mit einem
so unschuldigen Augenaufschlag, daß man geneigt war, ihnen das
haarsträubende Phantasiegebilde über das Verschwinden des
Bräutigams abzukaufen, obwohl keiner wirklich daran glaubte.
Als Stehgreifspiel angelegt, ohne viel Requisite kam es auch so frisch
herüber. Nicht zuletzt Friedemann Weimer zu danken, der als Busenfreund
des Bräutigams mit dem Ruf "Umbau" in Szene setzte,
was sich abgespielt haben sollte. Während der Bräutigam
eher über sich ergehen läßt, was passierte. Seine
Freunde überboten sich schauspielerisch und pantomimisch, um
den Wahrheitsgehalt ihrer Geschichte einleuchtend zu machen.
Das Ende vom Lied: Hochzeit wird gemacht. Aber mit der jüngeren
Tochter. Schwiegermutter blieb Schwiegermutter.
mb |
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Dithmarscher
Landeszeitung vom 29. April 1997 (Di), Seite 14 |
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