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„Lacht sie über uns, wegen uns, trotz uns, mit uns, gegen uns - oder wie?", fragt Kurt Tucholsky in seinem Gedicht „Das Lächeln der Mona Lisa". Auch die Mitglieder der Meldorfer Theatergruppe stellten diese Frage bei der Premiere ihres Tucholsky-Programms.
In einer gelungenen Mischung aus Informationen über Tucholskys Leben und Wirken und der Darbietung ausgewählter Texte stellten Christoph Boger (Gesang und Rezitation), Sebastian Günther (Piano) und als Sprecher Uwe Peters und Sabine Schiewek unter der Regie von Anneliese Peters die vielen Facetten des großen Demokraten, Journalisten und Schriftstellers dar.

Sabine Schiewek, Sebastian Günther, Uwe Peters und Christoph Boger (v. li.) überzeugten mit ihrem Programm.
Von frech-frivol bis melancholisch, von der heiteren Satire über den deutschen Spießbürger bis zur düsteren Kritik an Militär und Krieg - die enorme Bandbreite von Tucholskys Werken spiegelte sich auch in der Auswahl der Texte wieder, mit denen die Darsteller das Publikum in ihren Bann zogen. Dabei haben die Werke Tucholskys bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren. Egal ob bei dem bedrückenden Anti Kriegslied „Der Graben" oder der heiteren Posse über die liebe Verwandtschaft — die Zuhörer erlebten ein Wechselbad der Gefühle, bei dem jeder aktuelle Bilder aus Nachrichten oder der eigenen Erfahrung vor Augen hatte.
Rund wurde die Premiere nicht nur durch die stimmungsvolle Atmosphäre im voll besetzten Gewölbekeller des Dom Cafes. Die Akteure verstärkten durch das harmonische Zusammenspiel ihrer Stimmen und die einfühlsamen aber auch kraftvollen Intonationen die Aussagen der Texte und Lieder.
Am Ende des literarischen Abends waren sich die Zuhörer einig: Eine rundum gelungene Veranstaltung — lebendig, informativ und unterhaltsam zugleich.
Kurt Tucholsky wurde am 9. Januar 1890 als Sohn eines Kaufmanns in Berlin geboren. Im Alter von 17 Jahren erschienen seine ersten Arbeiten im Berliner Tageblatt - zunäch anonym. Er studierte Jura in Jena und Berlin und promovierte 1914 mit einer Arbeit über Hypothekenrecht. Ab 1913 schrieb er für das Wochenblatt „Die Weltbühne". Als überzeugter Demokrat, Pazifist und Anttimilitarist war er zugleich Journalist, Zeitkritiker, Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor und Lyriker.
Unter den „5 PS" — seinem eigenen Namen und den vier Pseudonymen Kaspar Hauser, Ignaz Wrobel, Theobald Tiger und Peter Panther — veröffentlichte er mehr als 3000 Schriften und zählte zu den bedeutendsten und meistgelesene Schriftstellern der Weimarer Republik. Kurt Tucholsky starb am 21. Dezember 1935 im schwedischen Exil vermutlich an einer Überdosis Schlaftabletten.
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