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Es ist ihr bisher ehrgeizigstes Projekt. Seit fast einem Jahr probt die Meldorfer Theatergruppe die Dreigroschenoper. Die Geschichte um Mackie Messer, Schurken und Huren, Liebe und Laster verlangt den Hobbyschauspielern alles ab, was bei den letzten Proben vor der Premiere deutlich wird.
Drei Tage vor dem ersten Vorhang steigt die Nervosität aller Beteiligten. „Egal, wie viel Text ich habe, ich bin immer furchtbar aufgeregt", sagt Sabine Schiewek, Leiterin der Gruppe und in der Dreigroschenoper Frau Peachum, während Tontechnikerin Brigitte Ziegler ihr das Kopfmikrofon anpasst.
Zur gleichen Zeit eine Etage tiefer, übt Hauptdarstellerin Maike Busch (Polly Peachum) das Auflegen der Theater-Schminke. Die intensiven Proben der vergangenen Wochen machen sich nicht nur bei der 18-Jährigen stimmlich deutlich bemerkbar. So versucht sie, ihr angegriffenes Organ mit Salbeibonbons, Tee und viel Wärme vor dem Versagen zu bewahren. Seit einem Jahr erst gehört Maike Busch der Truppe an, ihre erste Hauptrolle ist für sie eine besondere Herausforderung, vor allem gesanglich. „Mit den Liedern hatte ich anfangs zu kämpfen", gesteht sie. Die Lieder von Kurt Weill seien sehr textlastig und die Melodien schwer zu interpretieren. „Zudem sind einige Passagen sehr hoch und ich habe eigentlich eine Alt-Stimme." Pianist und musikalischer Leiter Sebastian Günther habe ihr aber sehr geholfen. Auf ihre Rolle, der Ehefrau von Gangster Macheath (Christoph Boger) bereitete sich Maike Busch unter anderem mit Aufzeichnungen des Stücks vor. „Ich bin überzeugt, dass alles klappen wird", prophezeite Busch vor der ersten Aufführung.
Und sie behielt recht. Die Premiere klappte nicht nur reibungslos, die Ensembleleistung überzeugte auf ganzer Linie. Von der bekannten Moritat „Und der Haifisch, der hat Zähne..." (Kai Wengoborski) bis hin zum glücklichen Ende bot die Theatergruppe um Regisseurin Susan Claussen dem Publikum in der ausverkauften Dithmarsia einen hochklassigen Theaterabend und eine beißende Gesellschaftskritik.
Christina Hustedt
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