Der nackte Wahnsinn
Pressespiegel zum Stück


 
 
 
 
 
 
Der nackte Wahnsinn auf der Bühne
Begeistertes Publikum feiert Meldorfer Laiendarsteller
 
  Meldorf – „Super, danke.“ So lauteten die Rufe, mit denen sich das Publikum, begleitet von stehenden Ovationen, nach rund zweieinhalb Stunden bei der „meldorfer theatergruppe“ für die gelungene Premiere von Michael Frayns „Der nackte Wahnsinn“ bedankte.
Ein britischer Schriftsteller (Kay Wengoborski), der aus steuerlichen Gründen in Spanien wohnt, kehrt heimlich mit seiner Frau (Sabine Lang) nach England zurück. Die Haushälterin (Gesche Utermark-Koch), die mit einem Teller Sardinen-Häppchen eine Beerdigung im Fernsehen gucken möchte, ist überrascht. Gleichzeitig kommt heimlich ein Maklerliebespärchen (Aspasia Pohlmeyer, Christoph Boger), das das Haus verkaufen soll, zwecks Schäferstündchen. Ein Einbrecher (Bernd Tiessen) sorgt für zusätzliche Verwicklungen in dieser Klamotte.
Aber darum geht es nicht. Wichtiger sind die Mitglieder des an Unfähigkeit kaum zu überbietenden Ensembles, die dieses Stück unter der Regie von Lloyd Dallas (Bernd Heinrich), seiner Assistentin (Sabine Schiewek) und Bühneninspizient (Sascha Meyer) einzustudieren versuchen, beziehungsweise ihre dramatischen Verflechtungen untereinander. So werden die Zuschauer im ersten Akt Zeugen der immer mehr aus den Fugen geratenden Generalprobe, im zweiten Akt erleben sie die völlig im Chaos versinkende Aufführung des Stücks „backstage“, also aus der Perspektive hinter den Kulissen. Genau das macht den unwiderstehlichen Reiz dieses Stückes aus, in dem das Theaterleben mit maßlosen Übertreibungen und unschlagbarem, britischen Humor aufs Korn genommen wird und das die Lachmuskeln bis aufs äußerste strapaziert.
Dazu tragen unter anderem Wortwitz, rasantes Tempo, pantomimisch-artistische Slapstickeinlagen mit heruntergelassenen Hosen und zusammengebundenen Schnürsenkeln, vor allem aber die hervorragende Besetzung der (Doppel-) Rollen bei, die allen Akteuren absolute Höchstleistungen abverlangt und bei der die „echte“ Regisseurin Annelie Anhut eine überaus glückliche Hand hatte. Das fanden auch die Premierenbesucher, unter denen sich viele begeisterte Jugendliche befanden. Weitere Gelegenheiten, den „nackten Wahnsinn“ in der Ditmarsia zu erleben, gibt es am 10., 12., 13. und 14. Dezember. Beginn ist um 20 Uhr.
 
Dithmarscher Landeszeitung 08. November 2008, von Johanna Hell


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