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| Gelungenes Shakespeare-Experiment |
| Theatergruppe wagt sich erfolgreich an das Drama "Der
Sturm" heran |
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Meldorf
(jh) Mit einem kräftigen Sturm begannen die ersten beiden Aufführungen
des gleichnamigen Shakespeare-Dramas, aufgeführt von der Meldorfer
Theatergruppe. Die Bühne der Ditmarsia wurde zur einsamen Insel,
auf der Adelige, Luftgeister, Nymphen, missgestaltete Sklaven und
Trunkenbolde abwechselnd ver- und entzaubert wurden.
Herzog Prospero wurde einst mit seiner Tochter Miranda auf einer einsamen
Insel ausgesetzt. Mit Hilfe des Luftgeistes Ariel will er sich nun
rächen. Prospero lässt seine alten Peiniger zu Schiffbrüchigen
werden. Er säht unter ihnen Trauer, Zwietracht und sogar Mordgelüste.
Aber schließlich hat er ein Einsehen und lässt doch noch
Gnade walten. Seine Tochter darf sogar den Sohn des Feindes heiraten.
Überzeugend spielt Christine Grothues die naive, unschuldige Miranda,
die nach zwölf Jahren Inseldasein zum ersten Mal anderen Menschen
und ihrer großen Liebe Ferdinand (Arnd Struve) begegnet. Nicht
minder überzeugend auch König Alonso (Uwe Peters) in der
Verzweiflung und Trauer um seinen vermeintlich ertrunkenen Sohn, und
der alte Ratsherr Gonzalo (Peter von Drathen), die während eines
Zauberschlafes beinahe vom machthungrigen Antonio (Jens Utermark) umgebracht
werden.
Auch der stets angetrunkene Mundschenk Stephano (Christoph Boger) agiert
täuschend echt, während der Spaßmacher Trinculo (Axel
Mozkus) eher etwas zu infantil wirkt. Das wird allerdings durch einen überzeugenden
Caliban (Tim Sendel), das missgestaltete Inselmonster, mehr als ausgeglichen.
Aber was wären diese Gestalten ohne den allmächtigen Prospero
(Axel Staudte) und seinen Gehilfen Ariel (Sabine Schiewek). Ihre magischen
Kräfte und der betörende Gesang macht alle zu Marionetten,
die wie in Trance agieren.
Eine tolle, besonders was die "Shakespeare-eigene" Sprache
betrifft, herausragende Leistung aller Beteiligten. Unterstützt
durch originelle Kostüme, perfekte Technik und Beleuchtung kann
man den Exkurs der Theatergruppe in das Genre "Drama" unter
der Regie von Susan Claussen als gelungen betrachten.
Das spiegelte sich auch im Publikum wider. Familie Siebert aus St.
Michaelisdonn hatte sich am Samstagabend trotz der eisigen Wetterverhältnisse
auf den Weg gemacht. "Die Aufführungen der Theatergruppe
sind für uns immer ein Weihnachtsgeschenk, das wir dann im Februar
einlösen. Und auch diesmal hat es sich gelohnt, wir sind begeistert." |
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Dithmarscher
Landeszeitung 13. Februar 2007 (DI) |
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