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| Jede Menge Intrigen amüsant in Szene
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| Meldorfer Theatergruppe zeigt überzeugende Leistung |
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von Angela
Eckhoff
Meldorf Wirklich sehr gut, wie sie das Stück auf
der Bühne umsetzen. Nicht nur Premierenbesucherin Heike
Wichern ist beeindruckt von der Inszenierung Gefährliche
Liebschaften, der Meldorfer Theatergruppe.
Ich bin richtig gespannt, wie es weitergeht, freut sich
die Nindorferin in der Pause der gut zweistündigen Aufführung.
Und das, obwohl sie den tragischen Ausgang der Geschichte bereits
von der Romanvorlage Choderlos de Laclos und seiner Verfilmung her
kennt. Doch auch für Zuschauer, die mit dem Inhalt nicht vertraut
sind, wird der Ausflug in die gute Pariser Gesellschaft
am Vorabend der französischen Revolution zur amüsanten Zeitreise.
Die Marquise von Merteuil (Susan Claussen, führt auch Regie),
die den ganzen Tag über neue Gemeinheiten nachdenkt, und ihr
ehemaliger Geliebter Vicomte von Valmont (Bernd Heinrich) stehen im
Mittelpunkt des Geschehens. Gemeinsam schmieden sie boshafte Intrigen,
um ihre eigenen Begierden und Rachegelüste zu befriedigen. Ohne
Rücksicht auf Gefühle beginnen sie ihre Jagd nach menschlicher
Beute.
Wunderbar die spritzigen, oft doppeldeutigen Dialoge zwischen den
beiden brillanten Akteuren, die ihr erstes Opfer in der unerfahrenen
Klosterschülerin Cecile (Christine Grothues, überzeugt mit
ihrer erfrischenden Naivität) gefunden haben. Doch die Eroberung
eines wohl behüteten Kükens reicht dem Vicomte
nicht, er will die Frau des Präsidenten, und ich bekomme
sie!.
Mit dem Versprechen der Marquise, ihm eine Liebesnacht zu gewähren,
wenn er sowohl das junge Mädchen als auch die ehrbare und frisch
verheiratete Präsidentin (Meike Thiel spielt eindrucksvoll ihre
Zerrissenheit zwischen Tugendhaftigkeit und aufkommenden starken Gefühlen)
nachweislich verführt, nimmt die Geschichte ihren Lauf...
... festgehalten in Briefen, die von der Fülle der folgenden
Ereignisse erzählen und von ihren Empfängern sehnlichst
erwartet werden. So auch vom Ritter von Danceny (Jörg Sticken),
der alles tut, um seine geliebte Cecile wieder zu sehen, die von ihrer
Mutter Frau von Volanges (Birgit Heinrich) rund um die Uhr bewacht
wird.
Durch die einzelnen Szenen, die von Applaus und Lachern der rund 120
Zuschauer begleitet werden, führt der Spielmacher (ausdrucksstark:
Axel Staudte, auch in seiner Doppelrolle als Diener Aristide). Er
ist nicht nur Bindeglied zwischen Publikum und Theaterstück,
sondern rückt mit seinen ironischen Kommentaren die dramatische
Entwicklung so manches Mal in ein anderes Licht. Denn eines haben
die Marquise und der Vicomte bei ihren erotischen Machenschaften nicht
bedacht: das Auftreten wahrer Gefühle. Profi-Klasse
schwärmen Besucher.
Weitere Vorstellungen: 25. und 27. Februar, 18. und 20. März,
20 Uhr, in der Ditmarsia. |
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Dithmarscher
Landeszeitung 21. Februar 2005 (Mo) |
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