Der andere Andersen
Pressespiegel zur Lesung


 
 
 
 
 
 
Trotz Schneetreibens viele Besucher bei Lesung der Theatergruppe
 
 
  von Angela Eckhoff

Meldorf – „Sind Sie auch mit der Straßenbahn gekommen?“ Eine ungewöhnliche Frage, mit der Hannes Schlunk die Zuhörer begrüßte. Eine Straßenbahn in Meldorf? Doch wer weiß, vielleicht hat ja so mancher ihr Klingeln nachts gehört...

...nachdem er von der Meldorfer Theatergruppe anlässlich der Dänischen Woche in die fantasievolle Welt des Hans Christian Andersen entführt worden war.

Trotz heftigen Schneefalls kamen 40 Besucher zur Lesung „Der Andere Andersen“ in das Möbelhaus Rommel. In schummriger Atmosphäre – passend zu den doch recht gruseligen Dichtermärchen – nahmen Hannes Schlunk, Sabine Schiewek und Uwe Peters ihr Publikum mit auf eine spannende Entdeckungsreise in das unbekannte Leben und Werk des dänischen Schriftstellers.

Denn im Mittelpunkt des unterhaltsamen Abends standen nicht die berühmten Kindermärchen, sondern märchenhafte Erzählungen für Erwachsene, die mit Zitaten des Dichters und einiger seiner Zeitgenossen ergänzt und gelungen in Szene gesetzt wurden.

So konnten die Zuhörer eintauchen in die armselige Kindheit Andersens, die „von schweren Tagen und der Trunksucht der Mutter“ geprägt war. Mit einer Empfehlung des Buchdruckers Iversen in der Tasche – die ihm allerdings nichts nutzte – machte Andersen sich bereits mit 14 Jahren auf nach Kopenhagen, um „berühmt zu werden“. Und damit nahm die Geschichte ihren Lauf...

...von der die Mitglieder der Theatergruppe mit ihren ausgewählten Texten einfühlsam erzählten. Sie trugen die fantasievollen Dichtermärchen ausdrucksstark vor und brachten so ihr Publikum immer wieder zum Schmunzeln. Und zum Staunen: Begleitend zu den Vorträgen wurden Scherenschnitte, und damit eine ganz unbekannte Seite Andersens, auf eine Leinwand projizierte.

Nach der gelungenen Inszenierung bekam so mancher Zuhörer Lust, noch mehr über die wenig bekannten Seiten des berühmten Dichters zu erfahren. Und so vielleicht weitere „Schlüssel zu finden, die uns die geheimen Gänge seiner Fantasie öffnen“, wie es Hannes Schlunk formulierte.
 
Dithmarscher Landeszeitung 04. März 2005 (Fr)


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