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| Zwischen Hass und tiefer Freundschaft |
| "Laura und Lotte": Zwei Frauen begeistern Meldorfer
Theaterpublikum |
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Meldorf
- "Wir werden unser Publikum bereichern, beflügeln, befreien"
versprachen "Laura und Lotte" in der gleichnamigen Komödie
von Autor Peter Shaffer.
Mit Susan Claussen und Hannelore Altenburg in den Titelrollen gelang
ihnen dies auch in der Realität in der voll besetzten "Ditmarsia".
Von der Premiere des neuen Stückes der "Meldorfer Theatergruppe"
zeigte sich das Publikum derart begeistert, dass es die Leistung des
Ensembles mit stehenden Ovationen würdigte.
Diese Komödie erzählt die Geschichte zweier interessanter,
gänzlich unterschiedlicher Frauen. Die als Fremdenführerin
tätige Laura nimmt es in ihrem Beruf - wie auch in ihrem Leben
- mit den historischen Fakten und der Wahrheit nicht so genau. Da
ihr als Tochter einer Schauspielerin auch Theaterblut in den Adern
fließt, bereichert sie die Erläuterungen mit theatralischen
Gesten und Geschichten, die ihrer ausschweifenden Fantasie entstammen.
Das krasse Gegenteil ist ihre sachliche, sich überaus korrekt
an Tatsachen klammernde Personalchefin, die von Hannelore Altenburg
dargestellt wird. Bei derart gegensätzlichen Chrakteren bleiben
Komplikationen nicht aus - es kommt zur Konfrontation, bei der Laura
ihren Job verliert.
Doch trotz offener Feindschaft und gegenseitiger Aversionen ist bei
Lotte eine gewisse Faszination für Laura zu spüren. Schrittweise
finden die beiden unterschiedlicher Frauen zueinander und aus gegenseitiger
Abneigung wird Freundschaft. Lotte entdeckt schließlich, dass
es im Leben mehr als nur nüchterne Fakten gibt, und zusammen
mit Laura beginnt sie, ihre eigene, bisher verbrogene Fantasie zu
entdecken und auszuleben. Doch dieser Weg verläuft nicht gradlinig,
wird beinahe sogar zu einem Kriminalfall...
Da es sich bei dieser Inszenierung im Grunde um ein Zweipersonenstück
handelt, lebt die Aufführung von den Leistungen der beiden Hauptdarstellerinnen.
Susan Claussen und Hannelore Altenburg verstehen es, die vielschichtigen
Beziehungen zwischen den beiden ungleichen Frauen glaubthaft darzustellen.
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Anforderungen mit
Bravour gemeistert |
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Das breite Spektrum zwischen Hass und tiefer Freundschaft angesiedelter
Gefühle der Laura und die sich widersprechenden Empfindungen
der Lotte fordern das ganze Können der beiden Protagonisten -
eine Anforderung, die beide mit Bravour bewältigen. Und doch
muss die Leistung von Susan Claussen aus einem Grund hervorgehoben
werden: sie ist fast die gesamte Spieldauer auf der Bühne präsent
- teilweise auch allein mit Monologen.
Es war ihr anzusehen, mit welcher Spielfreude sie in ihrer Rolle der
Laura aufging, die sie auf der Bühne fast mehr lebte als spielte.
Nachdem der letzte Vorhang fiel, war sich das Premierenpublikum in
seinem positivem Urteil einig: es gab ausschließlich Lob und
Anerkennung für diese Inszenierung, mit der "Die Meldorfer
Theatergruppe" zugleich ein unterhaltsames, inteligentes und
anspruchvolles Theatervergnügen bot.
von Werner Siems
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Dithmarscher
Landeszeitung vom 25. Februar 2002 (Mo), Seite 11 |
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