Was ihr wollt
Pressespiegel zum Stück


 
 
 
 
 
 
Meldorfer Theatergruppe überzeugt Publikum
Shakespeare-Komödie einstudiert
 
  Wieder einmal hat die Meldorfer Theatergruppe ihr künsterlisches Können unter Beweis gestellt. Für die Shakespeare-Komödie "Was ihr wollt" zollte das Publikum nach der Premiere tosenden Beifall. Weitere Aufführungen sind terminiert. Meldorf (Jochen Bufe) - Die Meldorfer Theatergruppe stellte mit der Premiere der Shakespeare-Komödie "Was ihr wollt" einen weiteren Höhepunkt ihres Könnens einem begeisterten Publikum vor. Die vielen jungen Leute im vollbesetzten Saal der "Ditmarisa" zeugten außerdem für die Fähigkeit der Truppe, auch der Jugend die Klassik nahe zu bringen.

Unter der Regie von Shakespeare-Kennerin Susan Claussen war ein unterhaltsames Stück um das verwirrende Liebesspiel zwischen dem Herzog Orsino, der Gräfin Olivia und der als Page verkleideten Viola entstanden.

Die Amerikanerin aus Rochester, New York, wanderte mit 25 Jahren nach Deutschland ein, studierte Theaterwissenschaft und unterrichtet am Fachgymnasium Englisch und Literatur. Für die Aufführung ihres Liebingsdichters wählte sie die Übersetzung von Frank Günther und verstand es, mit aktuellen Anspielungen, Vergangenheit und Gegenwart zu verknüpfen, ganz im Sinne des Dichters. So dienten Shakespeare Komödien zwar der Unterhaltung, waren aber auch ein Spiegel des gesellschaftlichen Lebens seiner Zeit. Besonders deutlich wird dies in der Person des Narren (Beate Prebeck), der zum Haushalt der Olivia (Sabine Lang) gehört. Er unterhält die Menschen in Wirtshäusern wie in Palästen und hört immer auf den neusten Klatsch, über den er seine Herrschaft informiert. Die Handlung spielt in einer Hafenstadt in Illyrien. Nach einem Sturm, der mit einfachen Mitteln eindrucksvoll den Kampf der Elemente zeigte, sinkt das Schiff mit den Geschwistern Viola (Meike Thiel) und Sebastian (Jörg Sticken). Beide verschlägt es unabhängig voneinander an den Hof des Herzogs von Illyrien (Axel Staudte). Viola, als Page verkleidet, verliebt sich in den Herzog, der den vermeintlichen jungen Mann als Brautwerber zu seiner angebeteten Olivia schickt. Die will von Orsino nichts wissen und verliebt sich in den Boten. Begleitet wird dieses Verwirrspiel durch die Ränke von Hofadel und Personal.

Paraderollen für Uwe Peters als Junker Tobias von Rülp, Olivias Oheim, der dem Wein nicht abgeneigt ist und auch für Bernd Heinrich als der Höfling Junker Christoph von Bleichenwang. Sie verkörpern ihre Rollen zum Vergnügen des Publikums mit viel Witz und besonders humorvoller Darstellung. Herausragend ist Beate Prebeck als Narr, die überzeugend allen den Spiegel vorhält, überschäumt vor Schabernack, dann wieder schwermütig dem Herzog von Todessehnsucht singt. Auch Malvolio, Olivias arroganter Haushofmeister (Tim Sendel), dem die Kammerzofe Maria (Hannelore Altenburg) seinen Hochmut ziemlich übel vergilt, drückt seine Ausdruckslosigkeit aus. In weiteren Rollen erleben die Zuschauer Thomas Refisch als Schiffshauptmann Antonio, Abbi Rauno als Schiffshauptmann, Bernd Tiessen als Valentin, Kavalier des Herzogs, Sven Carstensen als Diener Olivias und Kay Wengoborski als Fabian, in Olivias Dienst.

Musikanten sind Sabine Schiewek, Querflöte, und Mareile Ehlers am Klavier, hinter der Bühne. Iris Buberl souffliert und Anneliese Peters sowie Gesche Utermark-Koch sind für die Beleuchtung und die Technik zuständig. Beendet wird der Verwicklungsreigen durch das von allen vorgetragene Narrenlied "Hei ho, bei Regen und Wind" als krönenden Abschluß. Es war ein äußerst vergnüglicher Abend. Obwohl überlang, verging die Zeit wie im Fluge. Langanhaltender Beifall und stehende Ovationen waren der Dank des Publikums.
 
Dithmarscher Rundschau vom 19. März 2001 (Mo), Seite MEL1


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