Schreie in der Nacht
Pressespiegel zum Stück


 
 
 
 
 
 
Todernst im Schmalz - eine schwere Aufgabe
Meldorfer Theatergruppe bereitet sich auf Premiere vor
 
  Meldorf (ca) Morgen ist es soweit: Mit dem Stück "Kindly leave the stage" beginnen die vierten Meldorfer Theatertage, die von der DLZ/BZ unterstützt werden.

Erstmals führt Eckhard Koch Regie bei einem Stück der begabten Meldorfer Theatergruppe. "Der Druck ist sehr groß, denn hier spielen keine Laien, sondern Semi-Professionelle", so Koch.

Der Regisseur selbst hat 1983 mit dem Theaterspiel bei der Holsteiner Schulmeisterbühne begonnen. Und vor zehn Jahren gründete Koch, die in Diekhusen-Fahrstedt als Lehrer arbeitet, eine plattdeutsch spielende Eltern-Theatergruppe. "Jetzt wollte ich einmal etwas anderes machen, etwas hochdeutsches, beschreibt Koch seine Motivation zur Regie.

Konzentriert fordert er den Schauspielern ab, wie er sich die Umsetzung des Stückes "Schrei in der Nacht" aus der Feder von Helmut Heinemann vorstellt. "Das Stück ist eine Schnulzenparodie, die eigentlich für Studentenbühnen geschrieben wurde. Es ist genau das richtige vor dem Theaterball", sagt Koch. Denn der Einakter dauert nur rund eine Stunde und ist witzig. "Es fördert und fordert die spielerische Freude. Aber es ist nicht einfach zu spielen, da das Stück an einigen Stellen nur so trieft vor Herzschmerz und Schmalz - und dabei müssen die Darsteller todernst bleiben", weiß der Regisseur. In der Probe gelingt das nicht immer, so komisch sind die einzelnen Szenen.

Doch alle Beteiligten - von der Maskenbildnerin bis hin zur Souffleuse - nehmen ihre Aufgabe äußerst ernst. So spielt Jens Utermark einen ungarischen Grafen - dafür erhält er extra Sprachunterricht, damit sein Akzent so ungarisch wie eben möglich klingt.

Aus diesem Einsatz heraus entwickeln die Darsteller natürlich auch eigene Ideen. "Wenn ich spiele, mache ich das auch", gibt koch zu, "aber im Theater gibt es keine Demokratie. Der Regisseur gibt den Ton an. denn er trägt auch die Verantwortung für das Stück." Das bedeute aber nicht, dass Koch sich vor Anstößen der Spieler verschließt. "Sie überzeugen mich oft, und das ist gut."

In der Domstadt sind die Theaterfreunde indes recht gespannt auf Kochs Erstlings-Arbeit als Regisseur: die Premiere am Sonnabend ist ausverkauft.
 
Dithmarscher Landeszeitung vom 05. Oktober 2001 (Do), Seite 20


StückInfo Termine
 
         
           
 
nach oben