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| Theatergruppe unterm "Milchwald" |
| In zwei Wochen ist Premiere in der Ditmarsia - Profis unterstützen
Laienschauspieler |
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von
Gesine Groll
Meldorf - Als das Stück vor einigen Jahren in Hamburg aufgeführt wurde,
war Hannelore Altenburg gleich zwei Mal binnen einer Woche dort. "Phantastisch!"
steht vorne in dem zerlesenen Textbuch. Jetzt spielt sie selbst mit
in Dylan Thomas' Stück "Unter dem Milchwald". Am 01. Oktober ist Premiere
in der Ditmarsia. Nur noch zwei Wochen Zeit hat die "meldorfer theatergruppe"
für die Proben.
Vorne auf der Bühne "kämpfen" einige der Laienschauspieler mit einem
riesigen Seidentuch. Auf der einen Seite weiß, auf der anderen schwarz.
Es symbolisiert Tag und Nacht. Erzählt wird der Tagesablauf in einer
kleinen Stadt an der walisischen Küste. Skurile Figuren, absurde Ereignisse,
Banalitäten, große und kleine Gefühle - eine anspruchsvolle Melange,
ein modernes Stück. Große Besetzung - bis zu zwölf Rollen pro Person,
umklammert von zwei Erzählern.
Alle sind konzentriert bei der Arbeit. Und dennoch herrscht eine entspannte
Atmosphähre in der Ditmarsia. Man kennt sich, geht gelassen zur Sache,
folgt den Anweisungen der Regiseurin. Susan Claussen agiert mit großen
Gesten, die Stimme immer vernehmlich.
Etwas abseits, im Hintergrund zwei neue Gesichter. Zwei Profis, die
es zufällig nach Dithmarschen verschlagen hat, sind zur "meldorfer
theatergruppe" gestoßen: Maskenbilderin Babara Liebig und Bühnenbildnerin
Dagmar Bexel.
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| Per Zufall in Meldorf gelandet |
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Babara Liebig hatte schon beim Kinderstück "Sebastian der Sternenputzer"
mitgewirkt. Dagmar Bexel ist erst seit ein paar Wochen dabei.
Die Bühnenbildnerin ist vor etwa zwei Jahren nach Meldorf gezogen,
hatt bis dahin in Hannover gelebt und am Staatstheater und frei gearbeitet.
Die und ihr Mann sind der Gesundheit wegen an die Westküste gezogen.
Daß ihre Wahl auf Meldorf fiel, war Zufall. Auf der Suche nach dem
richtigen Ort waren sie bis Friedrichskoog gekommen. "Wir wollten
übernachten, ich schaute auf der Karte nach Orten, wo ein Hotel sein
könnte - Marne und Meldorf waren etwa gleich weit entfernt. Im "Michelin"
fand ich etwa über Meldorf... und als ich am anderen Morgen aus der
"Linde" auf den Marktplatz hinauskam war ein glasklarer Tag, ich atmete
Champagnerluft - das war's."
Kaum hatten die Bexel ihr neues Domizil bezogen, flatterte ein Brief
von Uwe Peters, dem Leiter der Theatergruppe ins Haus: "Die Westküstenwelle
hat funktioniert. Wir haben gehört, Sie sind Theaterleute, und wir
Laienspieler wären an einem Gedankenaustausch interessiert...", stand
in etwa darin. Dagmar Bexel hielt sich zunächst zurück, "aus Sorge,
daß sich professionelle und Laienschauspieler auch mal weh tun könnten."
Was diese Menschen in ihrer Freizeit mit Spaß und Engagement machen,
möchte sie nicht durch Perfektionismus kaputt machen. Zurückhaltung
hat sie sich auch jetzt auferlegt. Zumal "hier bemerkenswerte Arbeit
geleistet wird."
Barbara Liebig hat an Theatern in Süddeutschland gearbeitet bevor
sie vor eineinhalb Jahren aus familiären Gründen nach Eddelak zog.
Sie fasziniert, "mit welcher Aktivität und Spontanität die Meldorfer
Laienschauspieler bei der Sache sind."
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| Kartenvorverkauf hat begonnen |
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Und mit Interesse zieht sie Vergleiche zwischen der Arbeit der Profis
und der Laien. Das sei sehr spannend und für beide Seiten befruchtend,
meint sie.
Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit wird am 01., 02., 04., 06., 10.
und 11. Oktober, jeweils ab 20 Uhr in der Ditmarsia zu sehen sein.
Kartenvorverkauf im Meldorfer Schuh- und Sport Carstensen, Tel. 04832/9467.
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Dithmarscher
Landeszeitung vom 18. September 1999 (Sa), Seite 20 |
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