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| Inszenierung läßt keine Wünsche
offen - "Lady Windermeres Fächer" |
| Meldorfer Theatergruppe leistet professionelle Arbeit |
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Meldorf
- Sie spielt sie nicht, sie ist die puritanische englische Dame der
spätviktorianischen Gesellschaft: Sabine Lang, reizvoll und händeringend
in der Rolle der Lady Windermere in der Komödie "Lady Windermeres
Fächer". Susan Claussen führte Regie in der jüngsten
Produktion der Meldorfer Theatergruppe, die in der "Ditmarsia"
jetzt Premiere hatte.
Die Inszenierung läßt keine Wünsche offen. Wildes
Kennerschaft dieser feinen Gesellschaft, in der er sich selbst als
charmanter und scharfsinniger Hecht im Karpfenteich bewegte, bis ihm
seine homosexuelle Leidenschaft zu Alfred Lord Douglas zu Fall brachte,
kommt unverfälscht herüber. Hinter dem abgehobenen Getue
einer Herzogin von Berwick, die Hannelore Altenburg majestätisch
auf die Bretter stellt, verbirgt sich der Typus der Klatschspaltenfüllerin.
Abbi Raunos Lord Augustus Lorton ist der gelangweilte Lebemann, mehrfach
geschieden, immer noch auf der Suche nach neuen Reizen. Tim Sendel
verkörpert dreist den Zynismus der jüngeren Generation.
Für alle drei gab es spontanen Bühnenapplaus.
Maske und Kostüme spielen in dem Stück ebenso mit wie das
Bühnenbild. Eine exklusive Gesellschaft inzeniert sich selbst
vor dem Hintergrund des entsprechenden Ambiente. Die entsprechende
Atmosphäre zu schaffen, die Charaktere zu kennzeichnen, haben
Norbert Kessler und Simon Kühl (Bühnenbild),
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Bühnenbild, Kostüme
und Maske überzeugen |
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Louise Meers (Kostüme) und Sabine Lang und Tim Sendel (Maske)
professionelle Arbeit geleistet. Sie waren mitbeteiligt, einerseits
das Komödienhafte des Stückes herauzuarbeiten, ebenso aber
die menschlichen Abgründe, die sich hinter der so witzig-geistreichen
Unterhaltung der Figuren des Stückes verbergen.
In der Schwüle von Lord Darlingtons Schlafzimmer treffen die
hochmütige Lady Windermere und ihre Inkognito-Mutter und Femme
fatale Mrs. Erlynne in einer heroisch-tragischen Begegnung aufeinander.
Susan Claussen vermag es, als die mit allen Lebenswassern gewaschene
erfahrende Frau der in Luxus verwöhnten Tochter Margret alias
Sabine Lang eine Ahnung zu vermitteln, daß in jedem Menschen
Gut und Böse nebeneinander angelegt sind. Daß es nur darauf
ankommt, sich einer Aufgabe mit Verantwortung zu widmen.
Für die Männer im Umfeld der beiden Frauen scheint zu gelten,
was die Herzogin von Berwick an einer Stelle sagte: "Männer
werden nur alt, aber nicht klug." Auch wenn sie sich so überlegen
und streitbar geben wie Simon Kühl als Lord Windermere oder wie
Axel Staudte als galanter Verführer oder auch Abbi Rauno als
Lord Augustus, der nur zu gern in Mrs. Erlynnes Fahrwasser springt.
Weitere Aufführungen jeweils um 20 Uhr am 11., 13., 14. und 15.
März. Karten im Vorverkauf beim Schuh- und Sporthaus Carstensen.
Minne Rössler |
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Dithmarscher
Landeszeitung vom 10. März 1998 (Di), Seite 14 |
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