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| Das "Hexenlied" verzaubert viele
kleine Theaterbesucher |
| Kinderstück der Meldorfer Theatergruppe ausverkauft |
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Meldorf (wie) Reich
des gläsernden Mondes, Tunnel der Finsternis, tanzende Schatten,
Gesicht des Vergessens - die Meldorfer Theatergruppe entführt
die Kinder mit ihrem neuen Weihnachtsstück in eine geheimnisvolle
Welt. "Hexenlied" heißt das mythische Windmärchen
von Angelika Bartram, das im Meldorfer Kulturzentrum insgesamt achtmal
zur Aufführung kommt. Und die meisten Vorstellungen sind längst
ausverkauft.
"Hexenlied" ist eine Geschichte, in der es um Angst geht.
Das Mädchen Henrike, bezaubernd und fesselnd dargestellt von
Julia Clausen, erfährt Angst als Kraft, die Mut erst möglich
macht. "Du kannst nur mutig sein, wenn Du auch Angst hast",
gibt ihr die Windhexe Schiroccina mit auf den Weg, deren Rolle Sabine
Karstens übernommen hat.
Die kleine Henrike hat ihren geliebten Teddybären verloren und
muß ihre Angst überwinden, um ihn aus der Gewalt des Windes
zu befreien. Den "Windigsten aller Winde", Giacomo Fumo,
verkörpert auf phantastische Weise Tim Sendel. Kalt, gefühllos
und ohne Herz "weht" er durch das Reich des gläsernden
Mondes hinter den sieben Abendbergen, bis ihm ein kleines Mädchen
Erlösung verschafft und sein verlorenes Herz zurückbringt.
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| -Die Kinder bangen und helfen mit- |
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Henrike schafft dies alles gemeinsam mit den vielen Kindern, die im
Theater sitzen und ihr mit einer langen Zeigefingerkette helfen, den
Spuck zu überstehen und die befreienden Botschaften herauszufinden.
Auf großartige Weise versteht sie es, die kleinen Zuschauer
mit einzubeziehen, ihre Ängste zu relativieren, die Freude mit
ihnen zu teilen.
Das gelingt auch dem komischen Winfried Zitterwurzel, unter dessen
kugelrunden "Klingelbauch" sich Ulricke Schulz-Holland verbirgt.
Sein ewiges Zittern und Bangen äußert sich in hellem Glöckchenklingeln.
Jeder seiner Auftritte bringt zugleich etwas Licht in das düstere
Reich der Windhexe.
Fünfter Mitspieler ist Samson, ein großer Teddybär,
der die Kinderherzen schon in der ersten Minute erobert. Wie trauerten
die kleinen Zuschauer mit Henrike um sein Verschwinden! Die Spannung
um Samsons Wiederbeschaffung erreichte ihren Höhepunkt, als sich
das geniale Bühnenbild mit wenigen unsichtbaren Handgriffen plötzlich
in eine gigantische Fratze verwandelte, der mit Kitzeln und Nieseln
doch noch beizukommen ist.
Kribbeln, Prickeln, Freude, Schwerz, Lachen und Weinen - alles was
Giacomo Fumo am Ende wiedergeben wird, verspüren während
der Aufführung auch die Zuschauer, von denen ein großes
Kompliment an Regisseurin Annelie Anhut und alle Mitwirkenden geht.
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Dithmarscher
Landeszeitung vom 02. Dezember 1997 (Di), Seite 12 |
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