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Pressespiegel zum Stück


 
 
 
 
 
 
Ein Profi dabei: Max Friedrich Jensen und die Kunst des plattdeutschen Theaters
 
 
  Meldorf. (mb) Schon als Deutschlehrer an der Meldorfer Gelehrtenschule hat er Theater gemacht. Also lag es nahe, daß die Meldorfer Theatergruppe nach seiner Pensionierung bei ihm anklopfte, ob er sich ihnen nicht anschliessen wollte. In Max Friedrich Jensen gewann die Truppe um Uwe Peters einen Mann, der nicht nur Stoffe und Stücke einbrachte, sondern auch sein eigenes schauspielerisches Talent.

Mit der dramatischen Bearbeitung von "Keen Hüsung" von Fritz Reuter, ursprünglich eine Verserzählung in Mecklenburger Platt, hatte er in Meldorf als Autor Premiere. Jetzt machte er sich an die Übersetzung von Gerhard Hauptmanns populärem "Biberpelz" in Dithmarscher Platz.

Jensen ist kompetent. Er studierte Plattdeutsch an der Universität Hamburg. Im "Biberpelz" fand er eine turbulente Diebskomödie, deren Handluch sich ohne Schwierigkeiten von der Spree an die Unterelbe versetzten ließ, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Hauptmanns "Naturalismus" macht seine Stücke besonders geeignet für eine Transponierung, auch ins Plattdeutsche, verriet der Autor. Nicht die Überarbeitung an sich stellte das Hauptproblem für ihn dar, sondern die Aufführung selbst. Nur drei der Darsteller sind mit der plattdeutschen Mundart groß geworden. Der Rest des Ensembles, das jetzt in der Ditmarsia den "Biberpelz" spielt, brauchte ein Jahr, um die Texte in Sprachmelodie und Ausdruck authentisch zu beherrschen.

Ironie an der Geschichte: ausgerechnet Max Friedrich Jensen besetzte die hochdeutsche Rolle des Amtvorstehers Baron von Wehrhahn. Aber dem hagestolzen Verwaltungsmann aus der monarchischen Epoche vor der letzten Jahrhundertwende gab er Blut und Leben.
 
Dithmarscher Landeszeitung vom 17. Februar 1997 (Mo), Seite 7


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