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Pressespiegel zum Stück


 
 
 
 
 
 
Leserbrief:
Hauptmanns Komödie nicht verstanden?
Zur Kritik an Hauptmanns «Biberpelz» in Meldorf (siehe hier)
 
  "Wollte die Verfasserin Hauptmanns Komödie nur als platten Schwank verstehen oder ist sie gar in der Pause schon gegangen? Jedenfalls wird ihre Kritik weder dem Autor noch der Aufführung der Meldorfer Theatergruppe gerecht. Geht es doch um viel mehr als bloße Diebereinen!

Wie später Zuckmayer im «Hauptmann von Köpenick» oder Heinrich Mann im "Untertan" entlarvt Gerhard Hauptmann den preußischen Amtsschimmel in seiner Boniertheit. Die politische Brisanz des Stückes liegt in der Voreingenommenheit des Amtsvorstehers gegen alles «Domokratisch-Liberale». So ist er unfähig, das doppelte Spiel der Mutter Wulff zu durchschauen und preist sie als Verkörperung der Redlichkeit.

M.F. Jensen setzt der Karikatur des 150% kaisertreuen Amtsvorsteher in Sprache, Mimik und Gestik in köstlicher Weise Lichter auf, die zwar meist nicht zu lautem Lachen, wohl aber zu dauerndem Schmunzeln reizen.

Von diesem Dreh- und Angelpunkt des Stückes erfährt der Leser in der o.a. Kritik nichts, stattdessen werden Rita Süßmuth und die Emanzipation bemüht, wodurch die Rolle der Mutter Wulff in völlig falsches Licht gerät. Anstatt dem Leser wenigstens die Grundzüge der Handlung mitzuteilen, werden ohne erkennbaren Zusammenhang Kostüm- und Schminkdetails genannt.

Die herausragende Leistung des gesamten Teams, das differenziert und so gar nicht laienhaft dieses hochkarätige Stück auf die Bühne brachte - Unterhaltung im besten Sinne - hätte eine angemessene Presse verdient - auch in der «Provinz»!"

Christiane und Stephanie Landgraf, Meldorf/Berlin
 
Dithmarscher Landeszeitung vom 20. Februar 1997 (Do), Seite 11
Hinweis der DLZ/BZ: Leserbriefe stellen die Meinung des Absenders und nicht die der Redaktion dar. Es gibt keinen Anspruch auf Veröffentlichung. Kürzungen sind der Redaktion vorbehalten. Nur Schreiben mit vollständiger Adresse werden berücksichtigt.


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